FDP startet Debatte über Friedwald

Fred Oehm und Reiner Ronge für den Friedwald

Fred Oehm und Reiner Ronge für den Friedwald

Das Verständnis von Pietät, die Gewohnheiten und Lebensumstände der Trauernden haben sich geändert. Durch die notwendige berufliche Flexibilität der Nachkommen wächst der Abstand zum Grab der Verstorbenen. Eine konventionelle Erdbestattung kostet mit anschließender 25-jähriger Fremdpflege mitunter 30.000 Euro. Daher nimmt die Anzahl der Feuerbestattungen zu, und eine nachhaltige Grabpflege wird immer weniger betrieben.

Bestattungsorte ohne Verpflichtung zu ständiger Pflege sind erwünscht. Deshalb gibt es seit vielen Jahren zunächst in Österreich und der Schweiz, aber zunehmend auch in Deutschland, „Friedwälder“ in privater oder kirchlicher Trägerschaft mit der Möglichkeit, Urnen mit der Asche der Verstorbenen im Bereich der Baumwurzeln beizusetzen. Der Baum als Ort der Erinnerung tritt dabei an die Stelle eines Grabmals. Auch die Pflanzung von „Familienbäumen“ ist möglich.

Neben der Neuanlage solcher „Friedwälder“ sind auch Baumbestattungen auf bestehenden Friedhofsflächen denkbar. Der evangelische Friedhof an der Heerstraße bietet diese Bestattungsform bereits. Die FDP-Fraktion hatte deshalb im Mai 2010 die Verwaltung gebeten, alternativ die Einrichtung einer städtischen Fläche für Baumbestattungen zu prüfen (Die MZ berichtete). Es hieß daraufhin, auf dem städtischen Friedhof in Hunswinkel könnten ohne zwingende Änderung der Friedhofssatzung schon heute Urnenbeisetzungen am Fuße der vorhandenen Laubbäume stattfinden. Man wolle die Entwicklung abwarten.

Eine kürzliche Umfrage der FDP bei den Meinerzhagener Bestattern drei Jahre später führte allerdings zutage, dass diese Möglichkeit dort gar nicht bekannt ist. Die FDP-Ratsherren Fred Oehm und Reiner Ronge wollten sich deshalb selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen. Der schöne, würdevolle alte Baumbestand auf dem Friedhof in Hunswinkel lädt in der Tat dazu ein, über die Natur als Ort der letzten Ruhe nachzudenken.