Was gehört in Meinerzhagen in die Altkleidersammlung?

Quotenerfüllung an den Grenzen des Systems

Alttextilien müssen eigentlich verpflichtend recycled werden. Bild: Image by Wälz from Pixabay
Alttextilien müssen eigentlich verpflichtend recycled werden. Bild: Image by Wälz from Pixabay

Offensichtlich führt die neue Textil-Recyclingpflicht zu vielen Irritationen. Seit dem 1.1.2025 gehören Alttextilien per Gesetz nicht mehr in die Restmülltonne, sondern ins Textilrecycling.

Hört sich einfach an, ist es aber eben nicht.

Gemeinnützige Verwerter

Hochwertige Textilien – möglichst ohne Beschädigungen und zeitgemäß – die geben wir gerne an gemeinnützige Verwerter wie z. B. das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas oder AWO, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Hier möchten wir über diesen Weg die ganz klare Bitte formulieren, AUSSCHLIESSLICH hochwertige Kleidung in die Container zu packen. Die Kleider werden ehrenamtlich sortiert und man muss das Ehrenamt nicht zumüllen mit irgendwelchem Mist. Soviel Respekt gehört sich einfach.

Gewerbliche Verwerter, Schredderware

Anders sieht es allerdings bei gewerblichen Verwertern aus, die oftmals auch Ware zum Schreddern annehmen. Daraus können auch Putzlappen, Dämmstoffe und ähnliches gewonnen werden. Hier ist ein Loch oder der Fleck, der schlicht nicht mehr aus den Klamotten geht, dann eher mal egal.

Manchmal steht dieser Sachverhalt sogar auf den Containern drauf.

Grenzen des Systems und mal wieder unausgegorene Gesetzgebung

Leider kommt aber das System auch an seine Grenzen. Wenn nämlich zu viel Textilien in den Altkleidersammlungen landet, die das System und der Recycling-Markt schlicht nicht verdauen kann. Dann hat niemand was davon.

Dem Gesetzgeber war das mal wieder egal – die Quote muss halt erfüllt werden. Und letztendlich hat der Verbraucher ja auch leider die gesetzliche Pflicht, nun auch ältere Textilien in das Recycling zu geben, sonst gibt es ja möglicherweise Strafen.

Wieder deutscher und europäischer Bürokratismus

Zunächst vorab: Ja – wir müssen unsere Recycling-Quote Stück für Stück erhöhen. Und vielen muss man das gar nicht vorschreiben, die wollen das auch. Wir wollen allerdings nicht, dass unser System zusammenbricht und deshalb möchten wir hier an alle appellieren, mit ein wenig Verstand der Sache gemeinsam Herr zu werden.

Der Markt ist voll – so viele Putzlumpen und Autodämmstoffe kann man aus den Textilien gar nicht herauslösen. Es braucht Zeit, bis sich Verfahren und Bedarfe Stück für Stück gebildet haben – das geht nicht auf Knopfdruck. Eine Trennung in Gute Textilien und Schredderware macht in jedem Fall Sinn. Damit so viel Textilien wie möglich ein zweites Leben bekommen können und nicht in einer Verbrennungsanlage landen, die wir ohnehin mit unseren Müllgebühren immer teurer bezahlen müssen.

(christian schön)